GLH hat ihre Haushaltanträge für 2012 eingereicht

Anträge zur Haushaltsatzung der Gemeinde Hirschberg a.d.B. für das Haushaltsjahr 2012

1. Verkehrswegeunterhaltung (THH3 54-03/5410, Gemeindestraßen)

Die GLH beantragt die Position „42120000“ (Straßenunterhaltung) auf 100.000 Euro zu kürzen (bisher Plan: 128.000 Euro).

Erläuterung:

Der Zustand der Autostraßen in Hirschberg ist nach den großflächigen Sanierungen

der vergangenen Jahre (Breitgasse, Hintergasse, Drehscheibe, Winzerweg, Heddesheimer Straße, Übergänge durch OEG-Ausbau) gut bis hervorragend. Weitere bestandserhaltende Maßnahmen und die Beseitigung schwerwiegender Mängel sind im vorliegenden Haushaltentwurf der Gemeinde bereits enthalten (Neubau Kreisel Gewerbepark, Sanierung Treppe Mühlgraben/Hintergasse).

Insbesondere in diesem Bereich sieht die GLH zumindest für das kommende Jahr  erhebliche Einsparmöglichkeiten, ohne kommunale Pflichtaufgaben bei der Gewährleistung der Verkehrssicherheit für Autofahrer/innen zu vernachlässigen. Zu bemerken ist zudem: Sollten durch außerordentliche Ereignisse, schwerwiegende und unaufschiebbare Reparaturen notwendig werden, müssten diese ohnehin durch einen Nachtrag zum Haushalt finanziert werden, der in seiner Höhe im derzeitigen Haushaltsplan gar nicht erfasst werden kann.

Mehr Rücksicht auf die Bedürfnisse der Fußgänger

Nachholbedarf sieht die GLH aber sehr wohl bei der Instandhaltung der Gehwege in beiden Ortsteilen sowie bei Maßnahmen wie der Abflachung der Bordsteinkanten an Fußgängerüberwegen, um diese für behinderte oder ältere Menschen und für Eltern mit Kinderwägen leichter begehbar zu machen. Außerdem sieht die GLH Bedarf bei der Verbesserung von Maßnahmen der Verkehrsberuhigung im Bereich der Schulen und Kindertagesstätten. Hierfür sollte die Verwaltung geeignete Maßnahmen vorschlagen und der Gemeinderat diese im Laufe des anstehenden Haushaltjahres beraten.

Weiterer Vortrag erfolgt in der Haushaltssitzung.

2.  Erstellung eines Solarpotentialkatasters (THH 2, 51-02, Räumliche Planung und Entwicklung)

Die GLH beantragt die Erstellung eines Solarpotentialkatasters. Hierfür soll im Haushalt der Betrag von 10.000 Euro eingestellt werden.

Erläuterung:

Die Gemeinde beauftragt ein Fachbüro mit der Erstellung eines interaktiven Solarpotentialkatasters. Mit diesem internetbasierten Medium können interessierte Bürgerinnen und Bürger schnell und kostengünstig herausfinden, ob das Haus, in dem sie wohnen, für den Einsatz von Sonnenkollektoren geeignet ist oder nicht. Nach dem Vorbild  und nach den Erfahrungen von vielen Gemeinden und Städten wird ein solches Solarpotentialkataster außerordentlich gut angenommen und genutzt. Im Zuge des Klimawandels ist solch ein Instrument hervorragend dazu geeignet, den Einsatz von erneuerbaren Energien zu unterstützen.

Insbesondere würde dieser Schritt auch deshalb Sinn machen, weil bereits im Frühjahr letzten Jahres die Gemeinde den Auftrag für die Ermittlung von Flächendaten auf ihrer Gemarkung vergeben hat. Die Erhebung war notwendig geworden, weil die getrennte Erhebung der Abwassergebühren beschlossen wurde. In der Auftragsvergabe, die die Gemeinde damals vorgenommen hatte, wurde so verfahren, dass die ermittelten Daten auch für ein Solarpotentialkataster genutzt werden können.

In einem solchen Kataster lassen sich durch die gemachten Luftaufnahmen besonders gut die Dächer der Gebäude einer Stadt erkennen. Das Besondere daran ist, dass dadurch das Potenzial, das jedes Gebäude für die Gewinnung von Sonnenenergie aufweist, berechnet werden kann. Dieses internetgestützte, interaktive Kartenwerk soll für die Bürgerinnen und Bürger auf der Internetseite der Stadt Hirschberg kostenlos zugänglich sein.

Die Folgekosten belaufen sich durch Aktualisierungen und Pflegeaufwand zwischen 500 und 1.000 € pro Jahr.

Überblick über alle Solarkataster Deutschlands

Deckungsvorschlag:

  • Siehe oben

Weiterer Vortrag erfolgt in der Haushaltssitzung.

3.  Bezuschussung einer Projektleitungsstelle zur Weiterführung Integriertes ländliches Entwicklungskonzept (ILEK) (THH 3, 5540 Naturschutz und Landschaftspflege)

Die GLH beantragt die Fortführung des Projekts „ILEK“ (Integriertes ländliches Entwicklungskonzept; Blühende Badische Bergstraße“) sicherzustellen. Dazu sind im Haushalt 2012 Mittel von 4.000 € anzusetzen[1].

Erläuterung:

In der Sitzung des ATU vom 7. Juni 2011 wurden 3.400 € bereitgestellt, damit Hirschberg an den Planungen und Beratungen zu diesem Modellprojekt von sechs Bergstraßengemeinden (neben Hirschberg, Laudenbach, Hemsbach, Weinheim, Schriesheim und Dossenheim) teilnehmen konnte.

Das Konzept wurde inzwischen von Planungsbüro ÖPF „Ökologie, Planung, Forschung“ aus Ludwigsburg unter Mitwirkung zahlreicher Verbände wie z.B. BUND, NABU, Odenwaldklub, Forstämtern, Amt für Flurneuordnung, Weinbauern, etc. in aufwändiger Arbeit erstellt und am 17. November 2011 in Großsachsen vorgestellt.

Zu diesem Termin wurden zahlreichen Projektideen der Akteure erläutert; wie z.B. durchgehende Wanderwege (Burgenweg, Blütenweg); einheitliche Beschilderung, Grundstücksbörse, Magerrasen-Verbund schaffen und pflegen, Einrichtung einer Beratungsstelle Landschaftspflege etc. Auch aus dem Publikum kamen an diesem Abend noch einige Vorschläge, u.a. zum Beispiel Apfelsaftherstellung, Obstbaumlehrpfad, Förderung der artengerechten Bepflanzung von Hausgärten.

Die Koordinierung des ILEK-Projekts durch das Büro ÖPF läuft im Frühjahr 2012 aus. Die Gesamtkosten für die beteiligten Gemeinden beliefen sich bisher auf 46.530 Euro.

Da viele der Ideen alle sechs beteiligten Gemeinden betreffen, sieht es die GLH als sehr wichtig an, diese Ideen und die Umsetzung derselben weiter zu begleiten und durch eine übergeordnete Projektleitung zu koordinieren. Die Projektideen überschneiden sich zum Teil oder hängen auch ggf. voneinander ab. Auch die Finanzierung der Projekte durch diverse Fördermittel auf verschiedenen Ebenen und eine konstante Öffentlichkeitsarbeit muss weiter vorangetrieben werden.

Wir schlagen daher vor, die Verwaltung zu beauftragen mit den fünf anderen beteiligten Gemeinden und mit dem federführenden „Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR); Kontakt aufzunehmen, um die Fortführung des ILEK-Projekts sicher zu stellen.

Die Projektleitung könnte zum Beispiel folgendermaßen definiert werden: mindestens eine Halbtagesstelle, idealerweise besetzt mit einem Landschaftsplaner, Ing. für Landschaftspflege.

Die Stelle sollte zunächst mindestens für 3 Jahre geschaffen werden. Die Finanzierung durch die Sponsoren könnte unter den Akteuren z.B. wie folgt aufgeteilt werden: je 10% die beteiligten Gemeinden, 20% Landratsamt, 20% MLR (Anmerkung: 10% Zuschuss gibt es generell für ILEK-Projekte).

Es ist ebenfalls sehr gut möglich, dass sich eine solche Stelle durch Findung und Abrufung diverser Fördermittel teilweise selbst finanziert!

Die genauen Aufgaben, Verantwortungen und Kompetenzen dieser Koordinationsstelle sind zu definieren, ebenso wie die Zielerreichung der Stelle definiert wird und an wen solche eine Stelle berichtet (z.B. an das MLR und/oder Landrat Stefan Dallinger, der das Modellprojekt „Blühende Badische Bergstraße“ für unsere Region initiiert hat).

Zur Unterstützung und Erledigung der „reinen Büroarbeiten“ sollte jemand vom Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder vom Bundesfreiwilligendienst beigeordnet sein.

Sollte solch eine Koordinierung durch eine Projektleitung nicht erfolgen, besteht eine sehr große Gefahr, dass nur Planungen für die Schublade gemacht wurden und die bisher eingesetzten 46.000 Euro verschwendet wurden.

Ggf. soll ein „Landschaftserhaltungsverband“ gegründet werden, der z.B. die Pflege von Wiesen übernimmt. Die zu schaffende Koordinierungsstelle könnte hier angesiedelt werden.

Deckungsvorschlag:

  • Siehe oben

Weiterer Vortrag erfolgt in der Haushaltssitzung.

4.  Überführung des Einzelhandelsgutachten in ein Einzelhandelskonzept (THH 2, 5710, Wirtschaftsförderung)

Die GLH beantragt für die Erstellung eines Einzelhandelskonzeptes und die fachliche Begleitung durch ein spezialisiertes Planungsbüro 10.000 Euro in den Haushalt 2012 einzustellen.

Erläuterung:

Die Gemeinde hat 2007 mit großem finanziellen Aufwand ein Gutachten zur Einzelhandelsentwicklung in beiden Ortsteilen erstellen lassen. Dabei ging es nicht nur um den anzusiedelnden Supermarkt, sondern es war gleichzeitiger Gutachtensauftrag, ein Gutachten als Grundlage für ein Entwicklungs- bzw. Einzelhandelskonzept zu erarbeiten, um eine Strategie für den künftigen Umgang mit Ansiedlungswünschen zu erhalten.

Die Grundlage ist mit dem vorliegenden Gutachten geschaffen, nun ist es dringend notwendig, ein sachlich und räumlich differenziertes Einzelhandelskonzept für Hirschberg zu erarbeiten. Denn nur so ist es möglich, Einfluss auf die städtebaulich-funktionale Entwicklung der Gemeinde zu nehmen

Auch Hirschberg hat das Problem vieler Städte und Gemeinden: einen fortschreitenden Verlust an Vielfalt und Qualität der Versorgung in den Ortskernen.

Damit verschlechtert sich die Versorgung der Bevölkerung, gleichzeitig verlieren die Ortsmitten an Attraktivität, Wohn- und Lebensqualität.

Gerade in Großsachsen erleben wir aktuell, dass sich viele Geschäfte aus der Ortsmitte an den Ortsrand verlagern, einige andere haben bereits Schließung angekündigt. Wenn der Ortskern nicht bald „verwaist“ sein soll, ist es notwendig, dass die Gemeinde hier steuernd eingreift, damit die Ortskerne als lebendige Mittelpunkte der Ortsteile erhalten bleiben und die wohnortnahe Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels langfristig und nachhaltig sichergestellt wird.

Es ist notwendig ein solches Konzept zu erarbeiten, das ansiedlungs- und investitionswilligen Geschäftsleuten gerade auch für die Ortskerne Perspektiven aufzeigt.

Die Gemeinde Hirschberg sollte das Büro Dr. Acocella, Lörrach mit der Weiterentwicklung beauftragen, welches auch die Moderation des Interessenaustauschs der beteiligten Akteure wie Einzelhändler, Anwohner und der Gemeinde übernehmen sollte.

Deckungsvorschlag:

  • Siehe oben

Weiterer Vortrag erfolgt in der Haushaltssitzung.

5.  Schulung „Haushaltsführung nach den Regeln des doppischen Rechnungswesens“ für alle Gemeinderäte und die Berater in den beratenden Ausschüssen.

GLH beantragt für die Durchführung einer qualifizierten Schulung der Gemeinderäte und der sachkundigen Bürger in den beratenden Ausschüssen zum doppischen Haushalts- und Rechnungswesen im Jahr 2012 einmalig den Betrag von 2.400 Euro einzustellen.

Erläuterung:

Es ist die Verantwortung des gewählten Gemeinderates, den von der Verwaltung vorgelegten Haushaltsplan der Gemeinde auf seine Richtigkeit und Verhältnismäßigkeit im Sinne der Gemeinde zu kontrollieren und ggf. durch eigene Anträge inhaltliche Schwerpunkte zu verändern oder Vorschläge zur Konsolidierung zu erarbeiten. §24, Abs. 1 der Gemeindeordnung (GemO) Baden-Württemberg gewährt den gewählten Vertretern und den sachkundigen Bürgern der beratenden Ausschüsse ein weitreichendes Informationsrecht (siehe Verwaltungsvorschrift zur GemO Baden-Württemberg vom 24.11.1989).

Der Bürgermeister und die Verwaltung haben dabei gegenüber dem Gemeinderat die Pflicht diesen frühzeitig und umfassend über die wichtigen Planungen und Absichten der Gemeindeverwaltung zu unterrichten (§43, Abs. 5, GemO Baden-Württemberg).

Im Widerspruch dazu sah sich die Fraktion der GLH in diesem Jahr nicht uneingeschränkt in der Lage, den für das Haushaltsjahr 2012 der Gemeinde Hirschberg von der Verwaltung am 18. Januar 2012 vorgelegten Haushaltplan innerhalb der vorgegebenen Zeit von nicht einmal zehn Tagen auf eine Weise zu prüfen, die ihren Ansprüchen, nämlich gewissenhaft und sorgfältig mit dem Vermögen der Gemeinde zu wirtschaften und die Verwaltung dabei umfassend zu kontrollieren, Rechnung trägt.

Der erhebliche Mehraufwand für die Verwaltung durch Einführung der so genannten doppischen Haushaltführung, die späte Einreichung des Haushaltes durch die Verwaltung und der dadurch erheblich verspätete Termin für die Aufstellung der Haushaltssatzung, rechtfertigen nicht die unverhältnismäßigen terminlichen Einschränkungen des Gemeinderates bei der sachgemäßen Kontrolle des Entwurfes.

Wir glauben auch für die anderen Fraktionen des Gemeinderates zu sprechen, wenn wir feststellen, dass die Vorbereitung auf die Haushaltberatungen durch die Kürze der Zeit sowie der Mehraufwand an Arbeit für uns Gemeinderät/innen erheblich erleichtert worden wären, wenn die Verwaltung ihr vorab gegebenes Angebot einer Schulung zu Thema Doppik für alle Mitglieder des Gemeinderates auch in die Tat umgesetzt hätte.

Um vergleichbare Erschwernisse für die ehrenamtlich tätigen Gemeinderäte bei der Vorlage des Haushaltes 2013 zu vermeiden, beantragt die GLH die Durchführung eines qualifizierenden Seminars zum doppischen Rechnungswesen in Gemeinden, das die Vertreter der Bürgerschaft nachhaltig in die Lage versetzt, ihre Aufgaben bei der Kontrolle und Gestaltung des Bürgerwillens einzulösen.

Deckungsvorschlag:

Die GLH bittet die Verwaltung einen geeigneten Deckungsvorschlag zu unterbreiten (alternativ, siehe oben)


[1] Erläuterung zu den beantragten HH-Mitteln ILEK (Antrag 4):
Projektleiter halbtags:  3.000 € / Monat * 12 Monate = 36.000 € / Jahr
Projekthilfe FÖJ: 200 € / Monat * 12 Monate = 2.400 € / Jahr
In Summe: 38.400 € /Jahre; davon trägt Hirschberg 10% = ~ 4.000 € / Jahr
(ggf. anteilig für 2012 zu kürzen)

GLH sammelt Anträge für den Haushalt 2012

Die Diskussion ist endlich eröffnet – wenn auch etwas später als üblich. Schließlich wird aber auch der Hirschberger Haushalt 2012 wegen der Einführung der so genannten Doppischen  Haushaltsführung erst im Januar im Gemeinderat beschlossen.

Bei der GLH haben sich in der internen Diskussion jetzt zunächst einmal drei wichtige Themen herauskristallisiert, die möglicherweise zu haushaltsrelevanten Anträgen werden. Letztendlich können es deutlich mehr werden – vielleicht wird auch der ein oder andere Vorschlag in der Diskussion wieder verworfen.

1. Vorschlag: “Übertragung der Gemeinderats- und Ausschuss-Sitzungen via Internet”

Thilo Sekol hatte dies bei der GLH-Versammlung im Oktober mit BM Just angeregt; auch im hirschbergblog war dazu ein interessanter Artikel. Kosten ca. 5.000 Euro/Jahr wenn z.B. die Werkrealschüler die Übertragung “managen” (wie in Seelbach-Schwarzwald). Unser Mitglied Egon Müller schlägt nun vor diesen Punkt in den HH-Beratungen aufzugreifen.

Er begründet den Vorschlag damit, dass es mittlerweile Tatsache sei, dass in allen Bereichen immer mehr via Internet gehandhabt wird (wenn dies auch die “öffentliche Hand” meist weder zeit- noch kostengerecht hinkriegt; siehe digitaler Polizeifunk, online-Steuererklärung, elektr. Gesundheitskarte). Viele Bürgerinnen und Bürger  würden sich ab und zu (ausschnittsweise zu bestimmten TOPs) so eine Übertragung anschauen, wollen aber dazu nicht ins Rathaus dackeln und alle Punkte anhören (müssen). Egon Müller erhofft sich zudem weitere positive Folgen:

- die Schüler, die die Übertragung managen, interessieren sich vielleicht etwas mehr für Politik und werden eingebunden

- vielleicht wird ja die Diskussionskultur im Gemeinderat etwas besser

Solch ein Antrag würde sicherlich eine “schöne” Diskussion auslösen, die vor allem die jüngeren EinwohnerInnen interessiert. Dazu müssen sich dann auch die anderen Parteien erstmal positionieren.

2. Vorschlag: Antrag zum Thema Taktverdichtung OEG

Arndt Weidler plädiert hier dafür, bei der Einstellung der notwendigen Mittel im kommenden Haushalt, eine Ausdehnung des 10-Minuten-Taktes, soweit als möglich ab dem Sommerfahrplan 2012 umzusetzen und die Gemeinde zu einer entsprechenden Finanzierung aufzufordern. Seiner Meinung nach muss diese Taktung vollständig an den Rhythmus, der bislang bereits in Weinheim und Schriesheim besteht (10 Minuten über den ganzen Tag), angepasst werden.

Es gebe keine Grund warum Hirschberg weiterhin der Bremsklotz für einen durchgehenden Nahverkehr entlang der Bergstraße sein solle. Die erfolgte Modernisierung der Infrastruktur müsse mit einer Verbesserung des Angebotes für die Fahrgäste einhergehen. Es sei klar, dass Weinheim bislang kein Interesse (solange LÜ-Ebene noch nicht fertiggestellt ist) und Schriesheim weder Geld noch Interesse an einer Taktverdichtung haben, trotz vollmundiger Versprechen vor dem Ausbau. Das dürfe aber nicht interessieren, weil hierbei vor allem die Verbesserung der Situation der Hirschberger Bürgerinnen und Bürger Vorrang haben.

Es sei klar, dass vor allem in Großsachsen große Sorgen hinsichtlich des PKW-Verkehrs bestehen, sollte die Taktverdichtung kommen. Hier muss die GLH klare Lösungen finden und Vorschläge machen, aber auch deutlich sagen, warum es aus grüner Sicht nicht auf Dauer hinnehmbar ist, dass sich der ÖPNV dem Individualverkehr permanent unterordnet.

3. Vorschlag: “Einzelhandelskonzept” für beide Ortsteile.

Hirschberg muss aufpassen, dass es die Erstellung eines vollständigen Einzelhandelskonzeptes für beide Ortsteile nicht so lange auf die lange Bank schiebt, bis das Acocella-Gutachten zur Situation des Einzelhandels in Hirschberg “veraltet” ist und die darin angesprochenen Schwächen der Hirschberger Gewerbesituation nicht mehr bestehen, weil das angesprochene Gewerbe längst nicht mehr besteht.

Die Situation des Einzelhandels und der Nahversorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs verschärft sich insbesondere in Großsachsen. Der neue EDEKA-Markt im Sterzwinkel macht diesen Standort zu einem zunehmend attraktiven Umfeld für andere Einzelhändler (auch aus Großsachsen) auf Kosten der Breitgasse. Dem muss dringend entgegen gesteuert werden, will man eine Situation verhindern, in der 2/3 der Ortsfläche (oberhalb der B3) komplett ohne Einzelhandel dastehen, der fußläufig zu erreichen ist. Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch, was der Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim zu diesem Thema zu sagen hat.

Wir sollten die Kosten eines EH-Konzeptes denen für ein Standortgutachten 3. Turnhalle entgegenstellen, das möglicherweise, wenn überhaupt, erst in fünf oder zehn Jahren Grundlage für die Umsetzung eines Neubaus sein wird.

Die Diskussion ist hiermit eröffnet. Bis zum 20. Dezember sammeln wir weitere Vorschläge und Ideen. 

Krönende Nullnummer beim Ökostrom in Schriesheim

von Arndt Weidler

Energiewende bizarr, könnte man meinen, wenn man sich die Ergebnisse der Gemeinderatsberatungen entlang er Bergstraße zum Thema Ökostrom betrachtet. Laudenbach, wo es noch nicht einmal eine Grüne Ortsgruppe gibt, beschließt ab April 2012 100% Ökostrom für seine Liegenschaften einzukaufen. In Schriesheim dagegen, mit einem Grünen Oberbürgermeister, sorgt die Gemeinderatsmehrheit von CDU und Freien Wählern dafür, dass auch in Zukunft das Feuerwehrhaus, das Rathaus, das Schulzentrum und andere Gebäude mit 100% Kohle-, Gas- und Atomstrom erleuchtet und im schlimmsten Fall, wie im Schulzentrum, wohl sogar beheizt werden.

Der Fortschritt ist eine Schnecke

Nun redet Schriesheim wirklich auch über ganz große Summen beim Einkauf von Strom. Vor diesem Hintergrund wird die Diskussion in Hirschberg und seinen Ökostrom dann richtig bizarr: Laut Verwaltung zahlt Hirschberg pro Jahr immerhin 560.198,00 Euro (das ist ‘ne Menge Holz – aber vom (Energie-)Sparen hielt man in Hirschberg in den letzen Jahren nicht so viel). Dieser Betrag enthält nicht einmal die Kosten für die Straßenbeleuchtung.

Hätte man am vergangenen Dienstag im Hirschberger Gemeinderat entschieden 2012 bis 2014 zu 100% auf erneuerbare Energie zu setzen, hätte das die Gemeinde etwa 3.200 Euro pro Jahr mehr gekostet. Für die Ermittlung dieser von der Verwaltung  prognostizierten Mehrkosten  hat dann aber noch kein Mensch mit den Stromanbietern verhandelt. Wahrscheinlich hat das Rathaus einfach mal bei Verifox reingeguckt.

Sei’s drum, ließe man diese Zahlen stehen und der neue Stromvertrag liefe drei Jahre, kostet zertifizierter Ökostrom die Gemeinde  insgesamt 9.600 Euro mehr für die gesamte Laufzeit des Vertages. CDU, FWV und dem Bürgermeister war’s zuviel, der atomisierten FDP ohnehin. Man fühlt sich in Hirschberg wohl mit 50% Atomstrom und Kohle. Und hält sich dabei noch für einen Vorreiter in Sachen Energiewende. Für “halben” Ökostrom zahlt man nun gerne 4.800 Euro mehr in den nächsten drei Jahren. Für 100% Prozent Ökostrom hätten Bürgermeister, FWV und CDU also lediglich über einen 1.600 Euro langen Schatten springen müssen. Eine Wahnsinns-Sparleistung von 0,35 % des Haushaltspostens “Strom” pro Jahr.

Für die kommenden Haushaltsberatungen für 2012 sage ich nun voraus, dass ebenjene kostenbewussten Fraktionen, CDU und FWV, unterstützt von der SPD, minimum 10.000 Euro für “Voruntersuchungen zum Standort 3.  Turnhalle” fordern werden. Für ein Projekt also, das die Gemeinde sich derzeit ohnehin – und auf lange Zeit sowieso – nicht leisten können wird.

Der Fortschritt ist eine Schnecke – und die ist bei der Gemeinde Hirschberg und bei CDU, FDP und FWV beim Thema Energiewende auch noch besonders langsam.

Halbzeitbilanz

Öffentliche Mitgliederversammlung am 27. Oktober mit Bürgermeister Just

Acht volle Jahre dauert die gewählte Amtszeit eines Bürgermeisters in Baden-Württemberg. Vier Jahre harte Verwaltungsarbeit und launiges Repräsentieren, einen Umzug in „seine“  Gemeinde sowie den Zuzug mindestens einer Neubürgerin hat Bürgermeister Manuel Just bereits hinter sich gebracht. Zu Letzterem gratuliert ihm die GLH uneingeschränkt. Alles andere wird die Grüne Liste Hirschberg gewohnt kritisch bei einem Termin mit Manuel Just hinterfragen.

 

Die grüne Wählergemeinschaft hat Bürgermeister Just nach der Hälfte seiner Amtszeit zum gemeinsamen Gespräch eingeladen. Am Donnerstag den 27. Oktober, um 20 Uhr findet im Anbau der Alten Turnhalle in Großsachsen eine öffentliche Mitgliederversammlung der GLH mit dem Bürgermeister, der seit 2007 im Amt ist, statt. Die Mitglieder der GLH aber natürlich auch alle interessierten BürgerInnen Hirschbergs sind herzlich eingeladen, ihre Fragen, Anregungen und Kritikpunkte zu kommunalpolitischen Themen einzubringen und zur Diskussion zu stellen.

Liebe Freundinnen und Freunde der GLH

Diesen Blog haben wir eingerichtet, um nicht nur über die neuesten Postionen und Diskurse der GLH zu kommunalpolitischen Themen in Hirschberg zu informieren, sondern auch um die Debatte mit den Leserinnen und Lesern zu beleben. Wir wollen Eure Kommentare, Euer feedback auf das, was die GLH zu sagen hat.

Dieses Blog berichtet nicht nur darüber, was uns intern gerade bewegt, es ist eine Einladung mitzudenken und mitzureden.

Wie möchten gerne wissen, wie Ihr darüber denkt, wo Ihr uns kritisieren oder bestärken möchtet.

Alle vertiefenden Informationen, Artikel und Beiträge die in der Vergangenheit liegen – was wir früher über das Thema gedacht haben und so weiter, findet Ihr nach wie vor unter www.gruene-liste-hirschberg.de.

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